Nach Vorstandsquerelen: Baywa-CEO Hiller muss gehen

Bei dem Agrarkonzern Baywa knirscht es inmitten der Sanierung gewaltig. Nun muss Vorstandschef Frank Hiller seinen Hut nehmen. Sind interne Streitereien zwischen CEO und CRO der Grund?

Baywa Hauptsitz
Baywa-Zentrale in München: Der Agrarkonzern steckt tief in der Krise. Foto: Baywa AG
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Der Konflikt zwischen den beiden Top-Managern soll sich an der Frage entzündet haben, wie schnell und wie radikal die Sanierung vorangetrieben werden soll. Während der CRO auf einen harten Schnitt drängte, soll Hiller einen moderateren Kurs bevorzugt haben.

Besonders brisant: Die Auseinandersetzung fand offenbar auch vor den Gläubigerbanken statt. „Das war extrem unprofessionell“, berichtet ein Insider. Die Banken hätten sich eine klare Linie gewünscht.

Die Vorgeschichte der Krise

Die Baywa AG, einer der größten deutschen Agrarhändler, war im vergangenen Jahr in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ein zu schnelles Wachstum, hohe Schulden und die schwierige Marktlage im Energiegeschäft hatten den Konzern an den Rand der Insolvenz gebracht.

Im September 2025 musste Baywa dann ein Sanierungskonzept vorlegen. Die Gläubigerbanken stimmten einem Stillhalteabkommen zu, das dem Konzern Luft verschaffte. Doch die Verhandlungen über die langfristige Finanzierung zogen sich hin.

„Die Situation bei Baywa ist ernst, aber beherrschbar. Wir arbeiten intensiv an einer nachhaltigen Lösung.“

— Frank Hiller, noch im Dezember 2025

Was bedeutet das für die Sanierung?

Mit dem Abgang von Hiller steht die Baywa vor einer ungewissen Zukunft. Der Aufsichtsrat kündigte an, „zeitnah“ einen Nachfolger zu präsentieren. Bis dahin übernimmt Finanzvorstand Andreas Helber interimistisch die Führung.

Die Gläubigerbanken sollen über den Führungswechsel vorab informiert worden sein. „Das war keine Überraschung für uns“, sagte ein Banker gegenüber FINANCE. Man hoffe nun auf eine „ruhigere Hand“ an der Spitze.

Ausblick: Die nächsten Schritte

In den kommenden Wochen stehen wichtige Entscheidungen an. Das Sanierungsgutachten nach IDW S6 soll bis Ende Januar vorliegen. Danach müssen die Banken über die weitere Finanzierung entscheiden.

Marktbeobachter rechnen damit, dass Baywa Teile seines Portfolios verkaufen muss. Im Gespräch sind unter anderem das Energiegeschäft und internationale Beteiligungen. Der neue CEO wird also keine leichte Aufgabe haben.